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Datum: 07. März 2010

Ort: Taunus
20:00 bis 0:30
GG: 6m3+ 20,9 bis 21,12
Wetter: klar, leicht dunstig
-4° C

10" f/5 ...

Die letzte Nacht erst drei Tage her, was ist denn jetzt los? Das Wetter scheint uns endlich wieder wohlgesonnen, also trafen wir uns zu einer grösseren Runde, Oliver, Jan, Horia, Thomas, Armin, Andreas und ich, damit waren auch ausreichend Geräte zum Frendgucken dabei ;) Vor allem grossen Dank an Jan, der mir als letzthin etwas öffnungsgeschädigten seine 10" Bettsie für den Abend überlies!
Damit stand einer schönen Deepskynacht nichts mehr im Wege, der Himmel erschiend mir stellenweise etwas schmieriger als noch am Donnerstag, aber eher in den unteren Regionen und Olivers regelmässige SQM-L Messungen bestätigten, dass der Himmel durhcaus gut war...

Die letzten paarhundert Meter zum Platz sind ob des hohen Schnees nicht ohne und die Nacht wird ausgesprochen kalt mit Minimalwerten von -11°.

Zum Start natürlich der obligatorische Blick auf den Orionnebel, fantastische Strukturen im Zentralbereich, der Running Man springt einen heute Abend förmlich an, unübersehbar. Nur wenig höher geht es zu NGC 2024, dem Flammennebel, hier ist schon in der Übersichtsvergrösserung einige Nebelteile nebst Dunkelwolken sichtbar, aber mit dem 14mm Speers wird das ganze noch deutlicher und ich beginne eine Zeichnung. Der Nebel ist ein Stück zu intensiv geraten, er war natürlich schwächer, aber die Finger waren auch schon nach nur einer Stunde schon nicht mehr ganz so beweglich ;)

Danach bleibe ich im Orion und schwenke auf die "komische 37" NGC 2169, einfach genial, Heiko hat sie in seiner letzten Zeichnunge wirklich perfekt getroffen! Ganz in der Nähe sehe ich im Taki Atlas den offenen Sternhaufen NGC 2194, mit 8,5mag kein heller Brüller aber wunderbarer Anblick aus feinen Sternen und nicht ganz aufgelöstem nebulösen Hintergrund, leicht nördlich im selben Gesichtsfeld meine ich einen noch schwächeren ähnlich grossen Haufen zu sehen, die Recherche zu Hause ergibt aber nichts, allerdings ist dort eine dichtere Sternansammlung die aber anscheinend keinem Sternhaufen angehört - trotzdem bleibt hier der Eindruck eines Doppelhaufens.

Jetzt geht es aber an die Galaxien, zenitnah tummel sich M81 und 82, feinste Strukturen in 82, ich meine auch den Ansatz des einen Spiralarms von 81 wahrzunehmen. Bei der Gelegenheit werden auch noch die Begleitgalaxien NGC 3077, sehr rund und NGC 2976, enlongiert und relativ hell.

Das Leotriplett wird natürlich ebenfalls besucht, ich spiele kurz mit dem Gedanken eine Zeichnung anzufertigen aber meine Finger sagen nein und wollen bei den inzwischen -11° lieber in den Handschuhen bleiben... Im Löwen geht es dann noch zur hellen Galaxie 2903 am Kopf des Löwen, doch der Himmel ermutig zu schwächeren Objekten also geht es an den Hals des Löwen zu Hickson 44. Die Kette ist sofort zu sehen, lediglich für die 14m7 schwache NGC 3187 brauche ich etwas Einsehzeit, dann geht sie aber auch sicher. Jan macht es sich die ganze Nacht binokular gemütlich:

Zu fortgeschrittener Stunde warf ich nochmal einen intensiveren Blick auf Saturn mit Horias 12er und natürlich durfte M13 auch nicht fehlen. Vor allem hier testet ich mal intensiver Jans neues "Zoomwan", die Haptik fand ich absolut genial, sehr tauglich. Die optische Leistung im Hochvergrösserungsbereich lies sich wegen dann doch durchschlagender Dejustage nicht beurteilen aber ich kenne das UWAN ja, das ist ein scharfes Okular :)

Gegen Mitternacht kroch uns fast allen die Kälte durch die dicke Kleidung, Andreas war schon heim, also wir dann auch zusammenpackten, obwohl der Himmel sicher noch drei weitere Stunden durchgehalten hätte. eigentlich eine Schande aber wie sich am nächsten Tag herausstellte, war für mich sogar die letzte halbe Stunde frieren schon etwas viel - krank...

Doch die Nacht war einfach toll, in grosser Runde und bei gutem Himmel, was will man mehr :)