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Datum: 04. März 2010

Ort: Taunus
22:00 bis 0:30
GG: 6m3 in UMi
Wetter: zu Beginn durchziehende Bewölkung dann klar
-4° C

4" f/5 4" Bino 12" f/5

Blitzeblanker Himmel - darauf habe ich lange verzichtet, erst die zweite Nacht des Jahres war das für mich... Nach der Arbeit ein kurzes Telefonat mit Gerald und 30min später sass er im Auto auf dem Weg zu unserem Platz, Horia und Thomas waren bereits seit einiger Zeit vor Ort. Der Himmel sah bereits bei der Ankunft hoch beeindruckend aus, zu unser aller Schock zog er innerhalb von 5min komplett zu, aber dann fast ebenso schnell wieder frei und nun war er sogar noch ein ganzes Stück klarer und dunkler als zuvor, die Wintermilchstrasse ist sehr präsent und auch strukturiert. 6m3 gingen in UMi ohne viel Aufwand, so dass es sogar noch ein Stückchen mehr gewesen sein mag, aber wir wollten ja Objekte gucken und keine Grenzsterne ;)

Aufgewärmt wurde sich an M42 und M45, wobei letzerer natürlich eher für den Richfielder geeignet ist. Mit was könnte man Gerald als Einsteiger noch schocken - h+x waren die Antwort und waren idT ein geiler Anblick auf den ich lange verzichten musste.

M81 / 82 standen hoch, also nichts wie an der blöden Montierung verrenkt und ins Gesichtsfeld geholt, bei 50 (der natürlichen Vergrösserungsgrenze des 4"ers...) kam die erste Andeutung von Staubstruktur in M82 rüber, aber natürlich kein Vergleich zu Beobachtungen mit mehr Öffnung. M51 zeigte sich überraschend detailreich in dem kleinen Gerät, beide Kerne sauber von einander getrennt und Kern und Aussenbereich klar auszumachen, sogar eine leichte Mottelung war schon wahrzunehmen, im 12"er dann Spiralarme ohne Augenverrenken. Wir bleiben im Reich der Galaxien und ich versuche mein Glück am Leo Triplet, ja die finde ich sogar noch und alle drei Galaxien sind mühelos im Richfielder zu sehen, in Horias 12er dann erstaunliche Strukturansätze in M65 und M66. Dort beobachten wir später auch noch die Spinden NGC 4565, die ich im Kleinen leider nicht gefunden habe...

Die Kamera darf auch mal etwas rödeln, Display hab ich gleich zu Beginn abgestellt und seit ich meinen Fernauslöser wiedergefunden habe kann's auch mal wieder länger sein.... wie in diesem Fall 850s bei Iso 200.

Ein kurzer Besuch in den Zwillingen, M35 majetätisch ausladend mit den charakteristischen Sternenketten. Eigentlich hatte ich mir noch den Hubble Nebel aufgeschrieben, doch stelle ich den ob der Öffnung und Mangel an Vergrösserungsmöglichkeit erstmal hintenan, schaue aber in jedem Fall beim Weihnachtsbaumhaufen NGC 2264 - wenngleich schon etwas weit nach Weihnachten :P Horia ruft zur Netzhautverwöhnung, er hat den Eskimo NGC 2392 im Gesichtsfeld bei etwas über 200x wenn ich mich nicht irre, ich werde aber bald irre als ich durch das Okular schaue, hier sind Strukturen zu sehen, die mir bisher versagt blieben! Im Inneren ist eine kantige Struktur zu sehen, ausserherum ein dunkler, unterbrochener Ring und aussen der Halo, wow!

Weiterhin gab es am 12"er einen mehr als nur beeindruckenden Mars, das lag nun aber weniger an der Öffnung sondern an der Tatsache, dass das Seeing sehr brauchbar war und Mars zu dem Zeitpunkt durch eine durchziehende Wolke abgeschwächt wurde - und exakt DAS war es: Mehrere klar erkennbare dunkler Oberflächenstrukturen, hört sich doof an aber: So sah ich ihn noch nie ;) Höchstwahrscheinlich war die Filterwirkung der Wolken tatsächlich der Hauptgrund für die vielen Details, klasse. Saturn schauten wir uns nur kurz im 4"er und in Thomas 4" Bino an, der Unterschied war nicht frappierend aber doch sichtbar, seine ED Gläser zeigen doch merklich weniger Farbe, wenngleich es an Saturn noch erträglich war bei 50x...

Horia ist auf der Suche nach dem Intergalactic Wanderer NGC 2416, puuh das ist schon eine ganze Weile her, seit ich den sah und aufsuchte, nochmal ein Blick auf die Karte, ich erinnere mich nur noch, dass er am Ende einer Drei-Sternen-Kette stand und tatsächlich da ist er! Natürlich ob seiner immensen Entfernung unauflösbar mit 12" aber dennoch ein toller Anblick, zum einen mit dem Wissen um seine unglaubliche Entfernung und rein ästhetisch toll am Ende dieser Sternkette gelegen.

M13 ist inzwischen schon ausreichend hoch über dem Horizont und ich peile mit dem Richfielder, bei 50x blitzen erste Einzelsterne am Rand auf. Thomas hat den riesigen und uralten Sternhaufen NGC 7789 im Bino. er hebt sich wegen des schonen tiefen Standes nicht gerade herausragend vom Hintergrund ab, aber er ist klar umrissen, ich bin immer wieder fasziniert von der Sternzahl und der Konzentration, man meint hier einen Kugelsternhaufen vor sich zu haben, natürlich einen schwach konzentrierten.

Gegen Ende versuche ich mich zum ersten Mal an einem Nachtpanorama gen Westen

>>Grosse Version<<

Gerald bemerkt, dass der Mond bald aufgeht und so bricht innerhalb von nur 20min der Himmel enorm ein, man kann die Sterne fast beim wegploppen beobachten während der Himmel immer heller wird. Gegen halb eins machen wir uns deshalb an den Abbau, der Mond versteckt sich noch unter den Baumwipfeln und grinst uns während der Heimfahrt hämisch an - 1:30 Uhr Benny sinkt mit seligem Astronomenlächeln ins Bett - diese Nacht war nötig :)