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Datum: 24. Juni

Ort: Hochtaunus

Zeit: 22 Uhr bis 2:00 Uhr

Grenzgösse: fst. 5m8 (Umi)

Wetter: Cirren, vor allem im Süden Wolkenbänke, am Ende Vollbedeckung

Gerät: 12" f/5 10 " f/5

Das Ende der Neumondphase naht, ebenso schlechteres Wetter - da will man gern noch eine Nacht mitnehmen. Den Wetterberichten musste aber erstmal eine klare Stelle abgerungen werden, Satellienfilm zeigte auch eher zunehmende Wolken, doch Meteoblue versprach ab 23 Uhr CS... Als wir uns trafen sah es eher danach aus als ob die Bewölkung zunehmen würde, aber die Prognose behielt Recht und gegen Mitternacht war der Himmel plötzlich sternenklar. Der Süden blieb sehr matschig und war gegen halb zwo auch der erste Bereich der wieder zuzog bis eine Viertel Stunde später Schluss war...doch gut 1,5h CS waren uns vergönnt.

Als es nach Mitternacht dunkel genug war, begann ich mein Programm für diese Nacht: Eine grössere Tour zu den Kugelsternhaufen der Sommermilchstrasse vom Sco in Oph und Sgr. Der Schütze blieb leider hartnäckig hinter dichtem Horizontdunst und dort stand der Skorpion ebenso. Also wurde es ein reine Ophiochus Tour... Wegen dem eher mauen Himmel in diese Richtung beschränkte ich mich auf Messierhaufen, gibt aber auch nochmal irgendwann eine richtig ausgiebige Tour, wimmelt es dort doch nur vor Kugelsternhaufen. Ich fragte ich unwillkürlich worüber Messier damals mehr gestaunt hat, als er in den Virgohaufen hielt oder als er die massenweise Kugelsternhaufen in Ophiochus fand - wir kamen zum Schluss, dass er wohl gar nicht gestaunt sondern geflucht hat weil ihn die Dinger ja bei der Kometensuche gestört haben :D

M107 - relativ schwach, bei 150x Einzelsterne aber weiter nebliger Hintergrund

M10 - gut auflösbar auch im Zentrum, Hintergrund neblig, Arme scheinen weit auszugreifen

M12 - kleiner als M10, nicht rund, teilweise aufgelöst, relativ unregelmässig

M9 - relativ klein und unauffällig, bei 150x nur am Rand aufgelöst

M14 - neblig in der Übersicht, auch bei 150x nur am Rand angelöst, granulierter Eindruck

M19 - bei 150x nur am Rand Einzelsterne, wirkt nicht ganz rund, steht allerdings in der Suppe

M62 - steht eindeutig zu tief im Sumpf, Nebel ohne Strukturen oder Einzelsterne

Als kleinen Ausgleich für die Kugeligen peilte ich dann noch den offenen Haufen IC 4665 an, sehr hell und gross, braucht in jedem Fall sehr viel mehr Feld als 1 Grad um den Haufencharakter richtig zu sehen.

Danach sollten noch die Kugelsternhaufen im Schützen dran sein und eigentlich wollte ich auch den Omeganebel zeichnen, doch nach Süden waren in dieser Höhe bereits zu viele Wolken... Jetzt ging es erst mal zu Jan ans Teleskop der schon länger intensiv den Turtlenebula - NGC 6210 beobachtete, ein netter heller PN der ausser seiner ovalen Form auch etwas wie einen kleinen Auswuchs zeigte... war aber schwer den zu sehen. Der neue Tisch macht sich übrigens sehr positiv bemerkbar, der heute sein Firstklapp hatte... jede Menge Platz, nichts mehr im nassen Gras und zum Zeichnen ideal, dabei auf winziges Packmass verstaubar und nur 2000g schwer.

Der Norden und der Osten waren noch schön frei, also noch ein kurzer sehenswerter Abstecher zum Cirruskomplex die mit OIII nicht weniger zeigten als beim letzten Mal, die Grenzgrösse in UMi war so schlecht nicht, auch M13 mit blossem Auge sichtbar, nur eben leider in Zenitnähe, alles was gen Süden unterhalb von 40 Grad hing war ab 1 Uhr nicht mehr zu beobachten. Ein Blick auf h+x musste schon noch sein und auch M31 und NGC404 waren schon gut erreichbar...

Da mit der Omeganebel zum Zeichnen nicht mehr zur Verfügung stand ich aber doch wenigste eine Zeichnung anfertigen wollte, entschied ich mich M103 mal eine Chance zu geben, gezeichnet bei 150x mit dem 10mm Speers...

Kurz danach machten die Wolken endgültig dicht und wird begannen mit dem Abbau. Auch wenn die Nacht alles andere als optimal war hat's Spass gemacht und die ophioch'schen Haufen werden noch weitere Male Besuch von mir bekommen :Dw

© 2009 Benny Hartmann