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Datum 28.Dezember 2008
Zeit 19:30 bis 1:00 Uhr
Ort Feld im Taunus
Wetter klar, Horizontdunst
Seeing -
Grenzgröße 6,0m
Geräte 8" f/6 8" f/5 10" f/5 4,5" f/8 12,5" f/5 15x50 IS

Dies ist die letzte Nacht des Jahres die ich nochmals zum ausgiebigen Himmel-in-vollen-Zügen-Genießen nutzen wollte und sie wurde auch eine besonders lohnenswerte in meinen Augen, das lag nun nicht an einem übermäßig guten Himmel, der vom vergangenen Freitag wird so schnell nicht mehr getoppt werden, aber vor allem vor Jahresende nochmal alle Leute zu treffen (Armin, Andreas, Jan, Patrick und ich), eine große Geräteauswahl zum Objekt- und Okularvergleich und einige besonders schöne Bilder machten den Abend zum Erlebnis. Sogar ein neues Objekt gesellte sich in Form des Hubble's variable Nebula dazu. Ohne die motivierende Anwesenheit der Anderen, mit denen ausgiebige Schwätzchen gehalten wurden und ein heißer Tee getrunken (Danke Patrick!!) wurde, hätte wohl keiner so lange durchgehalten, denn das Thermometer fiel dann mal eben auf -8° und am Ende der Nacht waren nicht nur alle Autos und Teleskope eisbepanzert - sogar mein Daunenjäckchen, das aber gut warmhielt, glänzte von Reif. Ich kam als erster am Platz an und sah, dass es kein Fehler war die heutige Nacht zum Rausgehen zu wählen, die Milchstrasse spannte sich weit vom Schwan bis unter den Fuhrmann, der Horizontdunst war etwas höher als am Freitag.

Noch keiner da, Zeit für ein paar Fotos...

Kurz darauf trafen Jan und Andreas ein und wir begannen mit dem Aufbau nachdem ich mich in mein Polarkostüm gezwängt habe. Armin und Patrick zügelten dann etwas später nach und die Truppe war komplett. Sehr beeindruckt hat mich auch der erste Blick durch das bildstabiliserte Canon 15x20 IS von Andreas! Ich bin ein Zitterer wenn's ans Fernglas geht (vieleicht mag ich sie deshalb nicht so) aber ein Knopfdruck und man hat das Gefühl durch ein Teleskop zu schauen, die - ich nenne es mal Navigation - mit der Hand ist ein Erlebnis, völlig smooth gleitet man über den Himmel und eine beachtliche Zahl an Objekten die es mir immer verwackelt hat sind plötzlich gar kein Problem mehr und ein echter Genuß! Schade, dass Canon so viel Geld dafür haben will ;) aber es ist jeden Cent wert...

Jetzt sind alle da, das Stativ kaputt also ab auf den Boden - 90s belichtet

Kleinen Schockmoment gabs noch als ich ein Hochkant Foto schiessen wollte und sich der eiskalte Stativkopf dazu entschloss in genau dem Moment abzubrechen, gerade noch die Kamera gefangen...

Und dann gabs für jedes Objekt auch irgendwie mal wieder die optimale Okular/Teleskopkombination die einen dann umgehauen hat, bei M45 war das Andreas' 8" f/5 mit 31er Nagler, beim Orionnebel, h+x und Eskimonebel Armins Großer mit 8mm Ethos - immer wieder krank durch dieses Okular zu schauen, man fragt sich unbewusst immer was man denn vom Hausrat verkaufen könnte um das zu ordern :-D So wurde im Laufe des Abends von mir eine Menge Objekte angefahren, diesmal klappte es auch erstaunlich einfach mit dem variablen Hubblenebel NGC 2261, er ist wirklich recht klein und braucht dann schon einige Vergrösserung um seine dreieckige Form zu zeigen, das hat er denn aber auch getan!

Frankfurt (45km Luftlinie) wird bei 120s Belichtungszeit schon recht hell, dem Himmel sei dank nur auf Fotos ;)

Im Laufe des Abends kroch die Kälte durch die dicksten Kleiderschichten, aber es war auszuhalten, vor allem weil noch heißer Tee von Patrick serviert wurde und man sich auch etwas bewegte von Teleskop zu Teleskop - Armin und Jan davon mal ausgenommen bei denen ich mich nicht gewundert hätte wenn sie vor dem 12,5"er am Boden festgefroren wären ;) Danke an dieser Stelle für die wohltätige Aufnahme diverser Okulare in Jan's "Enteisungsbox" - hat super funktioniert. Irgendwann vor eins gings dann den Füßen, Gesichtern (meins brennt gerade beim Tippen immer noch etwas) und Händen so ans eingemachte, dass die Teleskope verstaut, die Motoren warmgelaufen und die Scheiben gekratzt wurden und wir uns für dieses Jahr verabschiedeten... auf der Heimfahrt zeigte das Thermometer dann stolze -10° an.

Der Blick kann nur in eine Richtung gehen - nach oben!

 

AND

  • M31/32/110: Am schönsten im 15x50 Fernglas.
  • NGC 752: Der Paradesternhaufen in Andromeda

TRI

  • M33/NGC604: Die Galaxie ging auch schon in Patricks 4,5"er gar nicht schlecht, mit 8" und 12,5" konnte dann auch die H2 Region bestaunt werden.

PER

  • h+x: Ein Muß jeder Nacht, am fantastischsten kam der Doppelhaufen im 8er Ethos mit 12,5" aber auch schon im 10x50 ein Hingucker
  • M76: Den kleinen Hantelnebel hatte ich schon lange nicht mehr besucht, er war recht schnell aufgefunden und zeigte schon in der Übersicht seinen länglichen Charakter, bei 120x im 10mm Speers sah man dann die beiden Kerne die sogar einzelne NGC Nummern bekommen haben. In Patricks 114er war er ebenfalls zu sehen wenngleich schon recht schwach. Der Abschuss mal wieder mit 12,5" ausser der schönen Form griff auf einer Seite auch schon ein Bogen des Halos um den PN.
  • M34: im 15x50 schön aufgelöst.

CAS

  • M103: Wird von einem hellen Stern dominiert, klein und kompakt
  • NGC 457: Der drolligste Sternhaufen am Himmel
  • NGC 654/663: zwei schwächere aber ebenfalls sehr schöne offene Haufen die in ein Gesichtsfeld passen

AUR

  • M37/36/38: M38 mit dem 8,2m schwachen NGC 1907 ebenfalls lohnenswert

UMA

  • M81/82: Zu späterer Stunde schon besser als am Freitag, M82 zeigte wieder Staubstrukturen.
  • NGC 2841: Die kleine Galaxie hat interessanter Weise einen schwachen Stern im Aussenbereich stehen.
  • M108/M97: Der Eulennebel zusammen mit der länglichen Galaxie ist eine einzigartige Kombination.

CVN

  • M51: Zum ersten Mal in dieser (eigentlich noch gar nicht angebrochenen) Saison mal auf die Galaxien geschwenkt, sie sind aber noch wenig beeindruckend im Dunst, die Kerne waren natürlich problemlos zu beobachten aber an Spiralarme und Materiebrücke war noch nicht zu denken.

TAU

  • M45: ganz klar am schönsten im 8" f/5 mit 31er Nagler von Andreas.
  • M1: am genialsten natürlich mit großer Öffnung, aber in allen Geräten zumindest als ovaler Nebelfleck zu sehen.

ORI

  • M42/43: Das Pflichtobjekt des Winters, unbeschreibliche Details in allen Geräten, im 12,5"er mit 8er Ethos verschlägt es einem nur noch den Atem! Ein beachtlicher Teil von M42, am Rand sogar noch M43, passt in das gigantische Gesichtsfeld und das bei über 180x!
  • NGC 1973: Sichtbar aber nicht so gut wie am Freitag.
  • NGC 2024: Auch hier wieder am augenfälligsten mit über 12" Öffnung, Staubstrukturen im Inneren des Nebels.

GEM

  • M35: zusammen mit NGC 2158 der heute aber sichtbar weniger zeigt als die Tage zuvor.
  • NGC 2392: Eskimonebel - Vor zwei Tagen achtete ich gar nicht darauf aber nun merke ich, dass der Zentralstern des PN problemlos zu sehen ist, beachtliche Strukturen im Ring (12,5")

MON

  • NGC 2264: Hauptsächlich als Ausgangspunkt für die Such nach NGC 2261 genutzt.
  • NGC 2261: Hubbles Veränderlicher Nebel, nach etwas Rühren unterhalb des Weihnachtsbaumhaufens, springt bei konzentriertem Sehen ein kleiner Nebelfleck ins Auge, erst hohe Vergrösserung zeigt so richtig seine Form die gut als dreieckig rüberkommt, weitere Details waren aber Fehlanzeige.

CNC

  • M44: Wieder gut im bloßem Auge, und nach einem mißlungen Versuch (Taubeschlag!) genial im 15x50.

 

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