Datum 05.Oktober
Zeit 21:15 - 21:45 / 22:30 - 23:20
Ort Balkon in Taunusstein
Wetter klar
Seeing - - -
Grenzgröße fst 4m4
Geräte 102/1400 Maksutov auf Astro3

Nachdem die letzten Tage immer irgendetwas dazwischen kam, wollte ich nun endlich dem neuen Mak sein Firstlight geben. Leider auch heute nicht alles planmässig, Fieber beim Sohnemann fesselt mich an den heimischen Balkon, den ich bisher gemieden habe wie es nur ging. Streulicht wohin man blickt, direkte Beleuchtung einer Laterne und eingeschränkte Sicht nur nach Westen. Nun denn, Augenklappe links um das schlimmste Streulicht zu blocken und Auge dicht ans Okular.

HER

  • M13. Schon in der Übersichtsvergrösserung mit 32mm Plössl ist die charakteristische, nicht ganz runde Form schön zu erkennen. Bei 25mm blitzen bereits einige Einzelsterne insbesondere beim indirekten Beobachten auf. Die grosse Überraschung im 10mm Speers Waler: Die Form des Kugelsternhaufens ist nun hervorragend zu erkennen, die auslaufenden Sternketten, und indirekt eine Vielzahl von aufgelösten Sternen, hatte ich so nicht erwartet, erstens ob der Öffnung und zweitens wegen der doch eher schlechten Umgebungsbedinungen. Auf der Astro3 sitzt der 4" Mak nicht verkehrt, sicher nicht das Optimum, aber mangels Universalklemmung an der EQ3-2 einstweilen eine gut nutzbare Lösung.

LYR

  • M57: Der Ringnebel verträgt gerne etwas mehr Öffnung als der Mak bietet, aber vieleicht bin ich auch einfach schon öffnungsgeschädigt, trotzdem ist die Rauchringform bereits bei 25mm gut zu erkennen, bei 10mm geht ihm aber unter diesem Himmel langsam das Licht aus.

  • M56: Unaufgelöster Kugelsternhaufen mit konzentriertem Zentrum, trotz gleicher Helligkeitsangabe einfacher zu beobachten als M71 in SGE da konzentrierter, keine Einzelsterne.

CYG

  • Albireo: Einfach wunderschön, der Farbkonstrast kommt herrlich zur Geltung, ich kann mich lange nicht sattsehen.

VUL

  • M27: Der Hantelnebel zeigt bereits schön seine charakteristische namensgebende Form, Aufehllung zu den Rändern hin aber keine weiteren Details.

SGE

  • M71: Sehr diffus wirkender Kugelsternhaufen ohne markantes Zentralverdichtung, beim indirekten Sehen und Schwenken des Gesichtsfeldes noch am besten zu erkennen.

Fazit: Sein Firstlight hat der Mak im Bereich DS unter schwierigen Bedingungen gut gemeistert, es ist zwar mit Sicherheit kein ausgesprochenes Deepskygerät aber in seinem Rahmen zeigt es doch schon mehr als ich von 4" erwartet habe, die "Feuerprobe" wird er aber erst an Mars (oder dem Rest-Mond) zeigen, so fern ich ihn in den nächsten Tagen mal günstig stehend erwische. Mein Balkon erwies sich heute überraschender Weise als gar nicht sooo untauglich wie ich ihn bisher eingeschätzt habe, wobei die stark eingeschränke Objektauswahl nicht zu beheben ist, aber die Augenklappe hat mir gute Dienste geleistet und hat nun ihren festen Platz im Okularkoffer.