Impressum - Über Mich - News & Updates

Startseite - Beobachtungsberichte - Zeichnungen - Teleskoprechner - Artikel - Selbstbau - Equipment - Links

Das Teleskop: Aufbau & Erläuterungen

An dieser Stelle will ich die wichtigsten Teile eines Teleskops kurz erläutern. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen verschiedenen optischen Systemen:

a.) Der Refraktor - Für viele der Inbegriff des "Fernrohrs" ein Linsenteleskop bei dem das eintreffende Licht durch das Objektiv durch den Tubus zum Okular geleitet wird. In der Regel befindet sich am Okularauszug (OAZ) ein so genannter Zenitspiegel durch den das Licht um 90° abgelenkt wird und ins eingesetzte Okular fällt. Es gibt verschiedene Arten von Refraktoren, achromatische Refraktoren auch Fraunhofer (FH) genannt, die wohl nach wie vor am verbreitetsten gerade im Einsteigerbereich.

b.) Der Reflektor - Das Spiegel- oder auch Newtonteleskop verzichtet auf Linsen, stattdessen trifft das Licht auf den am hinteren Ende gelagerten Hauptspiegel und wird von dort aus auf den an der vorderen Öffnung an einer Fangspinne montierten Fangspiegel gelenkt, der das Licht wiederum um 90° zum Okular wirft. Spiegelteleskope sind gemessen an der Öffnung meist günstiger und sie sind vor allem bis in sehr große Öffnungsregionen erhältlich während Refraktoren mit mehr als 6" (~150mm) Öffnung erstens sehr selten und zweitens unbezahlbar sind.

c.) Katadioptrische Teleskope - Unter diesem Sammelbegriff versteht man Teleskope die sowohl Spiegel als auch Linsen im Strahlengang nutzen. Zu diesen gehören beispielsweise Schmidt-Cassegrain-Teleskope (SCT), Schmidt-Newtons (SN), Makustov (kurz Maks), sowie eine Vielzahl anderer Teleskoptypen. Unter anderem trifft man gerade bei billigen Einsteigergeräten katadioptrische Systeme, die eine Linse im Strahlengang zur Brennweitenverlängerung nutzen - von diesen ist aber wegen der für Anfänger äußerst schwierigen Justage abzuraten!

Der Refraktor

Da sich dieser Artikel mehr auf die praktischen Grundbegriffe des Teleskops beschränkt und keine Kaufberatung sein soll, will ich die optischen Theorien sowie die Vor- und Nachteile von verschiedenen Linsenteleskopen höchstens streifen.

Vorab aber einige Begrifflichkeiten. Die Öffnung oder im Fall des Refraktors der Objektivdurchmesser ist einer der wichtigsten Faktoren, angegeben wird er in mm oder Zoll ("). Die meisten sehr billigen Linsenteleskope haben eine Öffnung von 50 oder 60mm, Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel, gibt es doch auch sehr teure apochromatische Teleskope unter 70mm Öffnung, diese dürften aber für den Einsteiger nicht relevant sein. Ein bekannter und wahrer Spruch lautet: Jedes Teleskop hat seinen Himmel - will heißen auch mit einem nur 60mm Teleskop kann man schöne Beobachtungen machen. Also nicht verzagen wenn man ein solches geschenkt bekommen hat und alle auf einen einreden, das unter 100 oder gar 200mm keine schönen Beobachtungen gemacht werden können :-)

Der zweite wichtige Wert ist die Brennweite des Teleskops (leicht zu erkennen an der Baulänge des Tubus). Die  Brennweite hat direkten Einfluss auf die Vergrößerung mit den vorhandenen Okularen. Ich verspreche dass das die einzige Formel bleiben wird um nicht zu weit in die Theorie abzugleiten: Vergrößerung = Brennweite / Okularbrennweite

Bsp.:  Brennweite 700mm, Okular 20mm = Vergrößerung 35-fach

Ich will an dieser Stelle erwähnen. dass die meisten Einsteiger die Vergrößerung überschätzen und viele Anbieter von Billigteleskopen damit hausieren gehen und unrealistische Vergrößerungen anpreisen, die die Geräte zwar erreichen können aber aufgrund der Qualität nicht mehr außer verschwommenen Matsch darstellen. Die Faustregel lautet dass man das Doppelte der Öffnung vergrößern kann, also bei 70mm Öffnung zum Beispiel 140-fach. Zum Thema Vergrößerung empfehle ich auch einen Blick auf meinen Artikel "Vergrößerungen & Gesichtsfelder" zu werfen...

Genug der Einleitung, hier zwei Grafiken zum Aufbau eines Refraktors und der wichtigsten Bauteile.

3

2

1

Die Taukappe schützt vor einfallenden Streulicht und der frühzeitigen Bildung von Tau bei Nacht. Das Objektiv ist die Linsengruppe, die vorne am Tubus befestigt ist. Dieser ist durch Rohrschellen (manchmal auch durch eine einzelne Schnellkupplung) an der Prismenschiene befestigt die wiederum mit der Montierung verbunden wird. Dies gilt nur für parallaktisch montierte Teleskope, die einfachere azimutale Montierung ist meist direkt an den Seiten des Tubus befestigt. Auf dem Tubus sitzt (meist verschraubt) der Sucherhalter mit dem Sucherfernrohr (siehe dazu auch Artikel 'Auffinden'.). In den Okularauszug den es in drei verschiedenen Größen gibt wird das Zenitprisma und in dieses das Okular eingesetzt. Früher gab es verstärkt 1" Okularauszüge (OAZ) diese sind allerdings veraltet, man bekommt praktische keine Okulare mehr dafür und heutzutage sind sie nur noch in sehr billigen Geräten anzutreffen, 1,25" OAZs sind heute der Standard. 2" Okularauszüge mit Reduzierungsmöglichkeit auf 1,25" sind bei günstigen Einsteigergeräten normalerweise nicht anzutreffen. An den Fokkusierrädern am OAZ wird die Schärfe eingestellt. Was man am Teleskop mit wenigen Handgriffen noch verbessern kann um die Beobachtungsergebnisse zu verbessern könnt ihr in Artikel Beobachtungsbedingungen nachlesen.

© 2009 Benny Hartmann