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Objekte auffinden und anpeilen

Auch interessant zu diesem Thema: Der Artikel 'Sternbilder - Orientierung am Himmel'

Vielleicht das Thema schlechthin für die erste Zeit mit dem ersten Teleskop. Alles ist aufgebaut und eingerichtet aber wie finde ich jetzt was es dort draussen alles zu sehen gibt? Der Mond mag ja noch gut ins Blickfeld zu bekommen sein (obwohl sich selbst da schon einige etwas schwer getan haben) aber wie ist es mit Planeten, Sternhaufen oder gar Galaxien?

Vorweg erstmal ein sehr wichtiger Punkt: Die Erwartungshaltung des Beobachters. Noch vor dem ersten Blick durchs Teleskop sollte man sich von Hochglanzfotos von Hubble oder auch Amateurfotografen verabschieden - Das Universum für den Benutzer eines kleinen Einsteigerteleskops ist bis auf einige wenige Ausnahmen farblos und dunkel - was aber nicht mit langweilig gleichzusetzen ist! Details außerhalb unseres Sonnensystems wollen hart erarbeitet sein und verlangen schon einiges an Öffnung, die aber zu Teilen durch Beobachtungserfahrung und gute Umgebungsbedingungen (sehr dunkler Himmel abseits bewohnter Gebiete, klarer Himmel ohne Dunst) kompensiert werden kann. Aber wie jedes Teleskop seinen Himmel hat, hat es auch seine bestimmten Objekte die besonders gut geeignet sind, unser Mond und die (helleren) Planeten unseres Sonnensystems sind so zum Beispiel in jeder Optik gut zu sehen, ebenso viele Sternhaufen und einige besondere Deepsky-Objekte außerhalb des Sonnensystems, also verabschieden wir uns von einer Masse an detaillierten Galaxien mit einem 60mm Gerät. Am besten sucht ihr im Internet nach Astrozeichnungen oder schaut mal in meine Zeichnungen.

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Nun aber zum eigentlichen Thema, dem Auffinden der Objekte. Natürlich ist es essentiell wichtig sich am Sternenhimmel zu Recht zu finden, also Sternbilder erkennen und sie am nächtlichen Himmel finden. Ist man da noch nicht allzu firm kann das Auffinden zur Geduldsprobe werden, ist aber möglich. Man benötigt dazu ein Sternkartenprogramm und/oder eine Sternatlas. Im Bereich Literatur findet ihr dazu einige Anregungen, das meistgenannte Buch das auch ich uneingeschränkt empfehlen möchte ist der Atlas für Himmelsbeobachter von Erich Karkorschka. Im Internet gibt es darüber hinaus noch einige gute kostenlose Kartenwerke zum Download, so zum Beispiel den Taki Star Atlas. Mond und Planeten sind nicht in Sternkarten verzeichnet, da sich ihre Position und Sichtbarkeit im Laufe des Jahres (der Jahre) und selbst von Tag zu Tag verändern. Hierzu gibt es astronomische Jahrbücher von verschiedenen Anbietern, aktuelle Sternkarten im Internet und diversen Zeitschriften oder ein Astronomieprogramm wie Cartes de Ciel (CDC- Freeware) oder Stellarium (ebenfalls kostenlos).

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Abb. 1: 32mm Okular als Aufsuchokular, Baader Skysurfer III Leuchtpunktsucher, 'Atlas für Himmelsbeobachter' von Erich Karkoschka und fotografischer Sternatlas 'Atlas der Sternbilder' von Eckhard Slawik

Hat man ein Objekt aus einer Sternkarte/Buch/Programm ausgesucht (ausgedruckt) geht es an die eigentliche Arbeit, dem Einstellen des Objekts im Teleskop. Dazu muss man sich bewusst sein, wie klein mitunter der Ausschnitt des Himmels ist, den man im Okular sieht. Deshalb benutzt man zum Einstellen des Objekts einen so genannten Sucher. Bei den meisten günstigen Einsteigerteleskopen sind sehr kleine Röhrchen montiert, z.B. 8x30 oder sogar nur 8x24 Fernröhrchen, diese sind nicht nur qualitativ nicht überzeugend, den Anfänger irritiert meist auch das auf dem Kopf stehende und seitenverkehrte Bild im Sucher, das in Übereinstimmung mit der Sternkarte gebracht werden muss. Eine Möglichkeit ist das so genannte Starhoppig, man sucht sich in der Sternkarte eine markante Sternenkonstellation (Reihen, Dreiecke ect.) und "hangelt" sich so Stück für Stück näher an das gewünschte Objekt heran. Eine zweite und meines Erachtens einfachere Möglichkeit ist der Einsatz eines Peilsuchers. Ein Peilsucher vergrößert nicht, sondern projiziert nur einen Leuchtpunkt oder Zielkreise an den Himmel, man schaut also nicht einäugig hindurch, sondern blickt mit einem Auge durch den Leuchtpunktsucher und mit dem anderen ganz normal an den Himmel, so entsteht der Eindruck, den Punkt oder die Kreise am Himmel zu sehen. Einige Einsteigergeräte gibt es dankeswerter Weise in letzter Zeit auch schon "serienmäßig" mit diesen Leuchtpunktsuchern, man kann sie aber auch als Zubehör in den unterschiedlichsten Preisklassen ab ca. 15 € kaufen. Auch einfachere tun ihren Dienst.

 

© 2009 Benny Hartmann